Grußwort

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
liebe Schwestern und Pfleger,

als dieses Grußwort entsteht, erteilt uns Covid-19 gerade eine nicht enden wollende Lehrstunde in Prävention. Ohne gewohnte schützende Impfungen oder andere hochwirksame Therapien helfen allein präventive Verhaltensänderungen in Form der AHA-Regel der exponentiellen und tödlichen Ausbreitung des Virus vorzubeugen.

Doch wo ist die Verbindung zum Krebs?

Aufhören mit Rauchen, Hilfe bei der Raucherentwöhnung und Abschaffen der Tabakwerbung in jeglicher Form wäre eine vergleichbar einfache präventive AHA Regel, mit deren konsequenter Anwendung 85 % oder 34.000 aller 40.000 Neuerkrankungen an Lungenkrebs in Deutschland verhindert werden könnten. Um das enorme Potenzial der Vermeidung von Krebserkrankungen in das ihr gebührende Rampenlicht zu rücken und mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu belegen, haben wir die „Prävention“ als erstes Thema des 12. Sächsischen Krebskongresses gewählt.

Im zweiten Thema „Ernährung“ wollen wir deren spezielles Präventionspotenzial von 30 % über alle Krebsarten verteilt anhand von neueren Forschungsergebnissen beleuchten und mit praktischen Anwendungen verdeutlichen. Als Beispiel mag die Kohlfamilie aus der generell mit großer Vielfalt an phytochemischen Substanzen mit krebshemmenden Eigenschaften ausgestatteten Gattung der Kreuzblütler dienen. Kohl gilt als das älteste Gemüse, das schon 6000 Jahre v. Chr. angebaut wurde und später von Ägyptern, Griechen und Römern als viel gepriesenes Heilmittel verwendet wurde. Durch das Zerkauen werden die in den Pflanzenzellen befindlichen Glucosinolate aufgebrochen und weitere Spaltprodukte, wie Isothiocyanate und Indole mit hoher antikarzinogener Wirkung, freigesetzt. Wasserlösliche faserreiche Ballaststoffe induzieren schließlich eine gesunde Zusammensetzung der Mikrobiota aus Laktobazillen und Bifidobakterien und stabilisieren damit die Darmbarriere gegen pathogene Schädigungen.

Mit dem dritten Thema „Immunologie“ wollen wir Ihre Aufmerksamkeit auf unser Immunsystem, dem zentralen Adressat all dieser präventiven Strategien, lenken, dessen Stärkung oberstes Gebot sein sollte, damit es immer in der Lage ist, Krebszellen zu detektieren und der Apoptose zuzuführen. Darüber hinaus wird über den neuesten Stand und die zunehmenden Erfolge der Immuntherapie berichtet, die bei immer mehr Krebsarten zum Einsatz kommt.

Mit freundlichen Grüßen

Univ.-Prof. Dr. med. habil. Ursula G. Froster
Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Krebsgesellschaft e. V.